Corona | Gedanken zur Zeit

Was trägt uns, wenn alles in der Unruhe ist?
Was lässt uns das Gefühl von Sicherheit spüren, in Zeiten wie diesen?

Scheinbar ist gerade nichts mehr, wie vorher, noch vor wenigen Wochen. Unruhen, mögliche Gefahren, Krisen, Kriege, all das gab es natürlich auf dieser Welt, nur schien all das sehr weit weg zu sein. Die westliche Welt schien all die bestehenden Konflikte und Bedrohungen auf dieser Welt zu managen, mit ihrem eigenen Verständnis und Mitteln. Was freilich oftmals die Frage nach dem sozialen Gewissen, nach einer Verantwortlichkeit dem Schöpfergewissen gegenüber, hat gefühlt immer lauter werden lassen.
Nichts schien dem wirklich Einhalt geben zu können. Zumindest waren es gefühlt eher zarte Pflänzchen ,die sich dem mächtigen Treiben versuchten entgegenzustellen. Das, was sich gerade in der jüngeren Vergangenheit zu formieren begann, war der immer lauter werdende Ruf nach einem vermehrten Schutz der Welt um uns – Umweltschutz und Naturerhalt.

Ganz unvermittelt, gerade als wir uns auf ein bevorstehendes Frühjahr begannen zu freuen, wir unseren Alltag, jeder für sich in seiner ureigensten Welt gelebt hatten, tauchten zunächst noch weit weg am Horizont aus dem fernöstlichen China Meldungen auf, die alsbald für große Unruhen und Verunsicherung und Angst sorgen sollten.

Ein Virus sollte sich in einer dem viralen Geschehen gemäßen großen Geschwindigkeit unter den Menschen verbreiten. Was in China ausgerechnet zum Jahreswechsel begann, sollte der Anfang, einer nach dem zweiten Weltkrieg beispiellosen Geschichte werden.

Nur wenige Wochen nachdem uns die allgegenwärtigen Berichte aus dem fernen China erreicht hatten, war das Virus angekommen, mitten unter uns. Breitete sich in enormer Geschwindigkeit aus und sollte innerhalb kürzester Zeit eine nicht für möglich gehaltene Erschütterung unseres bis dahin gewohnten Alltags bewirken.

Nein, es war längst nicht für jeden von uns alles gut und einfach nur wunderschön, was wir vorher hatten. Das wäre ein zu illusorisch gezeichnetes Bild. Aber, es war zumindest eine uns wohl bekannte, vertraute Welt, in der wir uns, jeder auf ihre/seine Art und Weise bewegt hatten. In der wir die großen und kleinen Freuden, ebenso wie die großen und kleinen Herausforderungen so gut es uns möglich war, gelebt haben.

Und ähnlich den vehement, in einer bisher nicht gewohnten Vielzahl tobenden Stürmen, die sich uns noch im Februar und März zeigten, erreichten uns in Windeseile die Boten der Veränderung. Unser Leben sollte sich in kürzester Zeit in einer bis dahin nicht vorstellbaren Geschwindigkeit grundlegend verändern.

Plötzlich ist „Corona“ der Lebensmittelpunkt. Bringt vielen Menschen großes Leid, fordert weltweit viele Tote und versetzt weite Teile der Menschheit in Angst und Schrecken. Die Angst, die Unsicherheit ist längst auch in Europa, in der westlichen Welt sehr deutlich und mitten unter uns angekommen. Nur ist genau die Angst das, was uns natürlich am Wenigsten dienlich ist. Sie schwächt, bringt ein noch mehr an Unsicherheit und bekommt damit eine gefühlte Macht über viele Menschen. In Zeiten wie diesen dürfen wir vielmehr das in den Mittelpunkt stellen, was uns zurück, in unsere innere Ruhe und Stärke bringt. Dieses Urpotential, das wir alle für uns und unser Leben mitbekommen haben.

Bei der Aussenschau wird deutlich, wie unterschiedlich Menschen mit dieser epochalen Herausforderung „Corona“ umgehen.
Corona findet auf sehr unterschiedliche und vielschichtige Art und Weise statt. Für die Einen steht ganz vorne die damit verbundene Bedrohung für Leib und Leben. Während wiederum andere Corona in gewisser Art und Weise sogar als Hoffnungsträger für den Wandel in eine neue, gute Welt sehen wollen und wieder andere sich sicher sind: mir passiert schon nichts.

Für die Einen bietet Corona die Möglichkeit der Entschleunigung, sich den Dingen zuwendend, die sonst im Leben aus welchen vorgeschobenen Gründen auch immer, nicht den gefühlt angemessenen Platz haben konnten.

Für Andere allerdings ist Corona existenz- und lebensbedrohend. Und viele sind in ihrem Beruf gerade wegen Corona über die Maßen gefordert.

Wer all das nicht sieht, wer das aus seinem Leben, aus seinem Handeln und der Wahrnehmung raus hält, sieht auch Vieles nicht, was zweifellos da ist und ebenso gesehen werden will.

In Zeiten wie diesen, wo gefühlt kaum ein Stein auf dem anderen zu verbleiben scheint, tauchen viele Andersmeinungen auf, jagt eine Nachricht, ein Aufruf den anderen. Die sozialen Medien sind voll mit Meldungen die in Windeseile weitergeleitet und als sehr bedeutsam, richtig und wichtig verteilt werden.

Ehrlich gesagt, mich irritieren diese vermeintlich so wichtigen, guten, bedeutsamen, wie immer gemeinten Meldungen. Tragen wenig bis nichts zur inneren Ruhe und Stärke bei und ich tue mich schwer, diese als bedeutenden Beitrag für den Seelenfrieden zu erkennen.

Ist es nicht eher der ruhige, unaufgeregte Geist, der uns Kraft schenken kann? Ist es nicht viel mehr heilsam, Quellen der inneren Zuversicht entdecken zu können?
Wo und wie finden wir zu dem, was uns wirklich trägt und stärkt? Und das gerade dann, wenn die Welt um uns noch viel unruhiger, bisweilen bedrohlicher zu sein scheint?

Die eine große Antwort ist aus meiner Sicht: in dem wir den Glauben Teil unseres Leben werden lassen und die Zuversicht als etwas sehr wirkungsstarkes und bedeutsames für uns entdecken. Und wir dürfen unser Vertrauen zum Schöpfer und in die Schöpferkraft neu entdecken.
Wenn es uns zudem gelingt, der Stille in uns Raum zu geben, sind uns sehr bedeutsame und wirkungsstarke Möglichkeiten geschenkt. Die Stille, die mitten in uns ist, die neu entdeckt und wieder gelebt werden will.

Natürlich ist das Sitzen in der Stille, die Meditation, eine wunderbare Übung, als geduldig Übender genau dort immer wieder anzukommen. Darüber hinaus sind da viele Wege die uns Stille spüren und erfahren lassen. Der Spaziergang im Wald, sogar das aufmerksame, das unabgelenkte Laufen im Wald und in der Natur schenkt Stille. Die Beobachtung der Natur schenkt uns Stille. Die achtsame Bewegung schenkt Stille und beruhigt den Geist.

Ich wünsche Dir, dass Du Deinen ureigensten Weg in die Stille immer neu entdeckst und findest. Ohne zu fordern, ohne zu werten, ohne zu erwarten. Sie einfach nur offen im Herzen zulässt. Das kann ein wunderbarer Wegbereiter und Wegbegleiter sein, kann Dir Kraft und Zuversicht geben zu jeder Zeit.

Möge es Dir und Deinen Lieben wohl ergehen – tashi delek

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